Google dreht den Statistikern den Hahn ab: Nur SSL ohne Ref

Google stellt auf SSL um UND unterdrückt die Weitergabe der gesuchten Begriffe:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Google-sucht-verschluesselt-1363639.html

Wie Google ankündigte, wird der Internet-Konzern in den nächsten Wochen beginnen, Suchanfragen an https://www.google.com umzuleiten. Das schützt die Privatsphäre der Nutzer, da Suchanfragen unter Umständen Rückschlüsse auf die Person zulassen.

Bei einer Suchanfrage per HTTPS verschlüsselt Google die Query im URL-Parameter. Die Suchtrefferseite linkt nicht direkt auf die Zielseiten, sondern nimmt den Umweg über eine Google-URL.

SSL: Super!

SSL ist völlig ok. Ist zwar langsamer als ohne, aber es ist in jedem Fall sicherer, weil keiner mehr „mithören“ kann, wenn er im gleichen Netzwerk unterwegs war.

Allerdings sollte man sich nicht davon täuschen lassen, dass SSL 100%-tige Sicherheit bietet. In der Vergangenheit wurden vermehrt Zertifikate gehackt und in Zukunft werden sich Hacker ganz sicher noch mehr darauf stürzen, da neben Google viele große Anbieter auf SSL umgeschwenkt haben (Facebook, Twitter, usw. und Banken waren ja schon immer dabei).

Aber mit SSL ist immer noch 100x mal sicherer als ohne.

Kein Referer: Oh nein!

Das jetzt allerdings auch die Links verschleiert werden, woher der Besucher kommt, ist neu. Denn dieser Link enthielt eine sehr wichtige Info, nämlich nach was der Besucher gesucht hat, bevor auf eine Seite gekommen ist.

Früher war es so, dass wenn man auf ein Ergebnis in Google geklickt hat, dass der Betreiber der Internetseite in seinen Logs nachvollziehen konnte, dass der Besucher von Google kam und nach welchem Begriff dieser dort gesucht hat. Das war ein wichtiges Analyseinstrument. Denn so konnte man seine Seite entsprechend den wichtigsten Suchbegriffen anpassen.

Jetzt sieht man nur noch, dass der Besucher von Google gekommen ist.

Die Aufschreie der Branche sind noch ausgeblieben, weil sie meiner Ansicht nach gar nicht richtig gemerkt haben, dass ihre Statistiken nachlassen, denn Google stellt das nur Schritt für Schritt um (erst google.com, dann google.de und auch erst bei registrierten Googlenutzern, später alle, usw.). Im Grunde ist das eine riesen Bombe, denn was bringt einem eine Statistik, die einem zwar sagt wie viele Besucher man hat, aber nicht warum der Besucher auf die Seite gekommen ist.

Bei den Suchwörtern muss man allerdings wissen, dass zwar die Betreiber nicht mehr mitlesen können, aber Google nach wie vor Daten auswertet. Es ist also nicht so, dass es keine Analyse mehr gibt, sondern es gibt sie nur noch bei Google. Daher gibt es schon Spekulationen, dass Google diese Daten in Zukunft „vermietet“, allerdings glaube ich das nicht, weil Google ja schon geschrieben hat, dass man als Betreiber max. 1.000 Begriffe mit den Google Webmaster Tools sehen kann:
http://googleblog.blogspot.com/2011/10/making-search-more-secure.html

What does this mean for sites that receive clicks from Google search results? When you search from https://www.google.com, websites you visit from our organic search listings will still know that you came from Google, but won’t receive information about each individual query. They can also receive an aggregated list of the top 1,000 search queries that drove traffic to their site for each of the past 30 days through Google Webmaster Tools. This information helps webmasters keep more accurate statistics about their user traffic. If you choose to click on an ad appearing on our search results page, your browser will continue to send the relevant query over the network to enable advertisers to measure the effectiveness of their campaigns and to improve the ads and offers they present to you.

Wenn man nämlich einmal sagt, dass man die Privatsphäre schützt, kann man nachher nicht hingehen und die Daten dann „verkaufen“.

Also wird es das gewesen sein. Keine Analyse mehr. Die Datenschützer werden sich wundern, dass ihr Kampf um die IP Adresse als privater Datensatz in Zukunft kaum noch Interesse finden wird, wenn die Betreiber anfangen ihre Statistiken auszubauen. Denn die Betreiber haben sich schon immer mehr für die Suchwörter als für die Anzahl der Besucher interessiert, geschweige denn die IP.

Fazit

Aktuell bin ich als Betreiber von Internetseiten nicht sicher, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Als Nutzer von Google finde ich es in jedem Fall gut. Die Betreiber haben nun mehr Zeit für guten Content und es gibt langfristig weniger Spam in den Google Suchergebnissen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*