Adscale hat neben den TKP-Kampagnen, die nach reinen Seitenaufrufen vergütet werden (Tausender-Kontakt-Preis), nun auch Klick-Kampagnen (CPC / Cost-per-Click) eingeführt. Die CPC-Kampagnen laufen dabei parallel zum TKP-Angebot. Solange also keine TKP-Kampagne zur Verfügung steht, werden CPC-Kampagnen ausgeworfen.
Automatischer Performance-Test einer CPC-Kampagne:
Dabei gibt Adscale an, dass die CPC-Kampagnen erstmal auf Ihren Erfolg hin getestet werden und wenn sich der nicht einstellt, werden die Kampagnen automatisch nach und nach deaktiviert. Nur die, die wirklich zu Einnahmen führen, werden eingeblendet. Leider benötigt dieser “Test” erstmal 10.000 Aufrufe pro Webseite. Auch Adsense alias Adwords hat einen solchen Test. Der läuft allerdings global. D.h. der Verlust verteilt sich auf viele Webseiten, während bei Adscale jeder Webmaster erstmal selbst den Tester spielt. Man muss also vor Freischaltung einer Kampagne schon ungefähr selbst bewerten können, ob die eigenen Besucher so ein Banner interessieren könnte, bevor man ihn freigibt. Ansonsten verliert man mit jedem Banner wertvolle Aufrufe.
Nervige Freischaltung und Automatik in Aussicht:
Da kommen wir auch gleich zum Freischaltungskonzept bei den CPC-Bannern. Bei TKP fiel das bisher nicht so stark ins Gewicht, da dort eher weniger häufig Kampagnen gebucht wurden. Bei CPC sieht das aber anders aus. Es kann durchaus sein, dass man täglich über neue Kampagnen informiert wird. Und d.h. einloggen bei Adscale, Banner sichten und je nach Bedarf annehmen / ablehnen. Eine automatisierte Funktion gibt es nicht bzw. nur, wenn man deswegen speziell den Support kontaktiert. Adscale verspricht bereits seit Wochen, dass so ein Feature realisiert werden soll. Allerdings wird dieses Feature wenn nur alle Kampagnen annehmen können und kein Filter nach Mindestklickpreis enthalten sein. Eine Filterung macht deswegen keinen Sinn, weil ein 10 Cent Banner, der 100 mal angeklickt wird mehr bringt, als ein 30 Cent Banner, der nur 10 mal angeklickt wird. Wie populär nun ein Banner ist, lässt sich so also gar nicht herausfinden. Wer also genervt von den ständigen Freischaltungen ist, muss bei einer Automatik damit leben, dass er pro Banner, der keinen Erfolg bringt, 10.000 Aufrufe verschenkt.
Mehr Geld durch Adscale-CPC?
Damit weiterhin TKP-Kampagnen ausgeworfen werden, berechnet Adscale auf Grund der gemachten CPC-Einnahmen einen statistischen TKP. Solange der über einer evtl. TKP-Kampagne liegt, wird die CPC-Kampagne bevorzugt ausgeliefert. Liegt er darunter, erscheint erst die TKP-Kampagne. Das Prinzip ist also ähnlich wie bei Adsense. Es erscheint immer die Anzeige, die am meisten Geld bringt.
Adscale-CPC oder Adsense?
Nun muss man sich fragen was besser ist:
A) TKP und als alternativer Vermarkter Adsense
Wenn keine TKP-Kampagne zur Verfügung steht, wird Adsense ausgeliefert.
B) TKP & CPC durch Adscale und als alternativer Vermarkter Adsense
Wenn weder TKP-, noch CPC-Kampagnen zur Verfügung stehen, wird Adsense ausgeliefert.
Daher habe ich einen kleinen Test gemacht für ca. einen Monat und einfach nur beobachtet, was Adsense bzw. die CPC-Kampagnen von Adscale gebracht haben (ca. 1 Millionen Seitenaufrufe):
A) Adsense resultierte eine Klickrate von 0,48% und einen durchschnittlichen eCPM (effektiver Preis-pro-Tausend-Impressionen) von 0,30 EUR
B) Adscale CPC resultierte eine Klickrate von 0,09% und einen durchschnittlichen eCPM von 0,10 EUR
Fazit:
Das Urteil ist ziemlich vernichtend. Adscale CPC hat in diesem Fall nicht mal ein Drittel der Adsense-Einnahmen eingespielt. Der erhöhte Aufwand beim Freischalten von CPC-Kampagnen lohnt sich also nicht. In Zukunft sollte man also lieber die Adscale-TKP-Vermarktung mit Adsense als alternativen Vermarkter nutzen und als Mindest-TKP den durchschnittlichen eCPM (nach Abzug der Adscale-Provision) von Adsense auswählen. D.h. wenn man 0,50 EUR eCPM für einen Banner in Adsense erhält, sollte man als Mindestpreis 1,00 EUR ansetzen.
Was könnte man am Adscale-Konzept verbessern:
- CPC-Banner werden je nach Website-Kategorie (Themengebiet) global auf Ihre Konvertierung hin geprüft. So verteilen sich die Impressionen auf alle Publisher. Man könnte neben dem Themengebiet auch noch andere Werte einfließen lassen, wie das Alter oder das Einkommen der Besucher.
- es muss ein Mindest-eCPM/eTKP eingestellt werden können, damit man sich die Auslieferung von CPC-Kampagnen überhaupt lohnen, d.h. wenn man z.B. 50 Cent mit Adsense hat, dann sollte eine TKP oder CPC-Kampagne nur dann ausgeliefert werden, wenn sie die 50 Cent übersteigt.
- die manuelle Freischaltung muss in jedem Fall mit einer automatischen ergänzt werden (lohnt sich aber erst, wenn die beiden vorher genannten Schritte umgesetzt werden)
AdScale schlägt mir standartmäßig vor:
Ihr Netto-TKP 0,035 Euro
das wären jedoch nur 3,5 cent für 1000 Einblendungen. Das ist doch eigentlich ziemlich mies, oder?
In deinem Bericht kommst du auf einen Wert von ca 10 cent TKP – ist das für eine unbekannte Seite mit AdScale erreichbar, oder wirbt da eh kaum jemand?
Ich habe bei Adscale im CPC eine Klickrate von 2.35! und das liegt ganz einfach daran, dass ich mir die Werbekunden sehr gezielt und nur in einem themenrelevanten Umfeld aussuche. Alles andere wird abgelehnt.