Der Seitentitel ist das erste was ein Besucher in der Suchmaschine sieht (beispielhafter Suchbegriff “Deutschland”):

Seitentitel in Google

Seitentitel in Bing

Seitentitel in Yahoo
Warum der Titel so wichtig ist:
- Neben der Position im Suchergebnis entscheidet der Titel, ob ein Besucher die eigene Seite wahrnimmt und anklickt
- Befindet sich im Titel der gesuchte Begriff, so wird die Suchmaschine diesen fett markieren – die Wahrnehmung wird also erhöht
- Umso mehr Besucher auf ein Suchergebnis klicken, umso höher stuft die Suchmaschine die Wichtigkeit dieser Seite zu dem gesuchten Begriff ein
- Die Suchmaschine nutzt den Titel, um Inhalte auf einer Internetseite unterscheiden zu können
Der Seitentitel erhöht also nicht nur die Klickrate in den Suchergebnissen, sondern beeinflusst und sichert langfristig die Position.
Wie sieht der perfekte Seitentitel aus?
So viel vorab: Eine perfekte Lösung gibt es nicht. Wir können uns aber der Perfektion nähern, in dem wir gezielt Suchbegriffe im Titel einsetzen, die mit dem Inhalt unserer Seite zusammenhängen und über die wir die meisten Zugriffe erwarten. Dabei sollte es sich aber nicht einfach um eine lose Sammlung von Begriffen handeln, denn das würde wie Spam wirken und eher eine abschreckende Wirkung auf den Besucher haben.
Auch darf man nicht vergessen, dass ein Titel nicht nur für die Suchmaschine wichtig ist, sondern auch bei den Favoriten im Browser, bei Bookmark-Diensten oder der Taskleiste im Betriebssystem angezeigt werden und so eine Unterscheidung ermöglicht. Beispielsweise ist es wenig hilfreich, wenn der Firmenname zuerst erscheint, wenn die Seiteninhalte dadurch nicht mehr unterschieden werden können:
"Firmenname -> Seitentitel" ist nachteilig für den Nutzer
Was sollte man vermeiden?
Damit wir keine Besucher abschrecken und der Suchmaschine die Unterscheidung unserer Seiten vereinfachen, müssen folgende Grundregeln eingehalten werden:
- Der Titel muss sich auf den Inhalt der Seite beziehen
- Ungenaue Titel wie “Unbenannt” (worum geht es auf dieser Seite überhaupt?) oder “Liste” (was für eine ist gemeint?) sind zu vermeiden
- Jeder Seite muss ein anderer Titel zugewiesen werden
- Lose Ansammlungen von Begriffen sind zu vermeiden, da sie abschreckend wirken (z.B. “Begriff1, Begriff2, Begriff3, Begriff4, Begriff5, usw.”)
- Der Titel darf nicht zu lang sein, da die Suchmaschine nur die ersten ca. 65 Zeichen darstellt und den Rest abschneidet. Google kommt mit 70 Zeichen klar. Das W3C empfiehlt 60-80 Zeichen, da auch der Browser längere Titel kürzt.
- Wenn der Titel immer wieder den gleichen Begriff enthalten soll (z.B. den Firmennamen), so gehört dieser an die letzte Stelle
- Wiederhole nicht unbedingt den Domainnamen im Titel – Phantasienamen (auch Firmennamen) aus der Domain schon gar nicht (wer einen Begriff kennt, findet die Seite sicher durch die Domain, das reicht!)
- Sich selbst fragen: Würde ich auf ein Ergebnis klicken, dass so einen Titel besitzt?
Was andere Suchmaschinenoptimierer empfehlen
Neben den oben genannten Grundregeln werden auch gerne noch zwei weitere genannt:
- Keine Begriffe wiederholen “MP3 Portal – Musik-Download ohne Kopierschutz bei mp3-quelle.de” (hier “mp3″)
- Keine Begriffe verwenden, die bei der Suche ignoriert werden, wie z.B. “der, die, das” oder “und, oder, sowie” etc.
Gerade zu 1. stößt man regelmäßig auf gut platzierte Ergebnisse, die sich genau daran nicht halten. Manche arbeiten sogar absichtlich mit Wiederholungen, weil sie davon überzeugt sind, dass die Wahrnehmung dadurch noch mal gesteigert wird. Es bleibt einem selbst überlassen, ob man sich für eine Wiederholung oder für ein weiteres Suchwort entscheidet. Bei 2. sehe ich es dagegen als Gradwanderung zwischen Spam und natürlich aussehenden Titeln.
Man sollte die Faktoren also kennen, aber bei der Umsetzung nicht übertreiben. Muss man sich zwischen Suchmaschinenoptimierung und Benutzerfreundlichkeit entscheiden, so sollte man sich immer für letzteres entscheiden.
Welche Begriffe gehören in den Titel?
Wir konzentrieren uns erstmal nur auf die Startseite. In wie weit man jede Unterseite auf diese Art optimiert, bleibt einem selbst überlassen.
Zuerst beginnen wir mit der Filterung von 10-20 Begriffen, die relevant erscheinen. Google bietet uns hier verschiedene Analyse-Möglichkeiten an:
- Google Trends - Suchhäufigkeit nach Begriffen, ausgegeben als Diagramm
- Google Adwords Keyword Tool - Suchhäufigkeit nach Begriffen mit Alternativvorschlägen und Synonymen, ausgegeben als Liste
Als Beispiel wählen wir die Internetseite eines “Vertriebs für Holzbodenbeläge” namens “Mustermann Böden”. Wir wissen, dass dieser Vertrieb Parkett-, sowie Laminatböden und auch das nötige Montagezubehör anbietet. Also geben wir im Keyword Tool die Begriffe “holzboden, laminat, parkett” (Groß- und Kleinschrift ist unerheblich):

Erste Suche nach relevanten Begriffen
Nach Klick auf “Keyword-Tool” erscheint die Ergebnisliste. Diese grenzen wir direkt über den Übereinstimmungstyp ein und wählen “Exakt” aus:

Übereinstimmungstyp "Exakt" auswählen
Die Liste enthält sonst auch ähnlich geschriebene Wörter bzw. Suchphrasen. Also wenn jemand nach “Laminat kaufen” sucht, würde es zum Begriff “Laminat” dazuzählen. Das verzerrt in manchen Fällen stark das Ergebnis, daher konzentrieren wir uns ausschließlich auf exakte Ergebnisse. Als nächstes sortieren wir die Liste nach Häufigkeit:
Sortierung nach Häufigkeit
Es gibt zwar auch die Möglichkeit nach dem Durchschnitt der letzten 12 Monate zu sortieren, aber dabei muss man wissen, dass diese Spalte alle Ergebnisse aller Sprachen und Länder ausgibt. Haben wir also einen Begriff, der auch international gesucht wird, wird das Ergebnis stark verfälscht (wie z.B. bei “mobile”, wo international eher ein Handy gemeint ist und national der bekannte Online-Automarkt).
Nun die Begriffe, die wir gesucht haben:

Begriffe mit direkter Verbindung
Zusätzlich scrollen wir weiter runter zu den Begriffen, die ebenfalls in Betracht gezogen werden sollten (nicht immer relevant, aber häufig):

Weitere relevante Begriffe
Da auch dieses Tool bei weiten nicht perfekt ist, müssen wir uns erneut vergewissern, dass wirklich alle relevanten Begriffe vorgeschlagen wurden. Dazu sammeln wir die Begriffe, die uns in jedem Fall relevant erscheinen noch mal manuell und sortieren sie uns nach Häufigkeit (könnte man in Microsoft Excel oder OpenOffice Calc machen):
- laminat (165.000)
- parkett (90.500)
- klick laminat (22.200)
- bodenbelag (22.200)
- bodenbeläge (18.100)
- sockelleisten (18.100)
- laminatboden (14.800)
- bambusparkett (12.100)
- dielen (12.100)
- holzdielen (9.900)
- korkboden (9.900)
- fertigparkett (9.900)
- holzboden (8.100)
- parkettboden (8.100)
- korkparkett (8.100)
- parkett eiche (5.400)
- parkettböden (5.400)
- massivholzdielen (5.400)
- dielenboden (4.400)
- laminatböden (4.400)
- industrieparkett (4.400)
- laminat buche (3.600)
- holzfußboden (3.600)
- diele (die Suchergebnisse in der Suchmaschine gehen eher in Richtung “Möbel für den Flur”, daher ebenfalls unrelevant)
- bambus (brauchen wir nicht, da zu allgemein)
- kork (auch zu allgemein)
- parkett verlegen (brauchen wir nicht für die Startseite, aber z.B. für eine “Heimwerkeranleitung” wäre das sicher interessant)
- parkett schleifen (identisch zu “parkett verlegen”)
- parket (Schreibfehler, sollten wir nicht nutzen, da es unprofessionell wirkt und die Suchmaschinen in der Regel die Eingabe korrigieren)
Die 10 am meisten gesuchtesten Begriffe geben wir nun erneut in das Keyword-Tool ein. Das Tool wird manchmal weitere relevante Begriffe ausgeben, die bisher nicht dabei waren. In unserem genannten Beispiel ist es aber nicht der Fall.
Den Titel aufbauen
Nachdem wir nun alle relevanten Begriffe herausgefiltert haben, machen wir uns an den Aufbau des Titels. Wir fangen mit den ersten Einfällen an und zählen die Anzahl der Zeichen:
- Parkett & Klick-Laminat aus Bambus, Kork, Eiche & Buche - Bodenbeläge vom Fachmann (84 Zeichen)
- Bodenbeläge: Parkett & Klick-Laminat aus Bambus, Kork, Eiche & Buche (68 Zeichen)
- Bodenbeläge: Parkett & Klick-Laminat - Bambus, Kork, Eiche & Buche (66 Zeichen)
- Klick-Laminat & Parkett: Bodenbeläge & Zubehör (Sockelleisten etc.) (67 Zeichen)
- Klick-Laminat, Parkett & Sockelleisten – Bodenbeläge vom Fachmann (65 Zeichen)
- Parkett, Click-Laminat & Dielen – Den Bodenbelag beim Fachmann kaufen (69 Zeichen)
- Parkett, Klick-Laminat & Dielen – Bodenbeläge vom Fachmann kaufen (65 Zeichen)
Bei “klick-laminat” erkennt die Suchmaschine “klick”, “laminat”, aber auch “klick laminat”. Wir decken also schon mal zwei unserer relevanten Begriffe ab. Die Schreibweise “click” kann man auch nutzen. Sie ist laut den Suchergebnissen, der mit der höchsten Verbreitung, aber wie man an Hand des Tools sehen konnte, nicht der mit der höchsten Suchhäufigkeit. Es macht Sinn den Besucher weiter auf die “falsche” Schreibweise zu trimmen. Damit haben wir in den Suchergebnissen auch weniger Mitstreiter.
Den Bindestrich haben wir gewählt, da die Suchergebnisse in der Suchmaschine häufiger den Bindestrich einsetzen, als nur mit Leerzeichen. Das Keyword Tool ignoriert Sonderzeichen wie den Bindestrich, daher sollte man sicher immer bei den Suchergebnissen rückversichern.
Die Materialien “Bambus, Kork, Eiche & Buche” werden zwar seltener in Kombination zu den Hauptbegriffen “Laminat” oder “Parkett” gesucht, dafür wirken sie aber beim Besucher als Bestätigung “da bekomme ich was ich suche”, also sparen wir Zeichen und der Titel wirkt nicht gleich wie Spam.
“vom Fachmann” ist natürlich kein relevanter Begriff, dafür besitzt er aber eine gewisse Aussage, mit der wir uns eine bessere Akzeptanz beim Besucher erhoffen. Alternativ könnten auch der Firmenname oder andere Begriffe mit ähnlicher Wirkung eingesetzt werden.
Der Firmenname “Mustermann Böden” wurde absichtlich nicht eingesetzt, da wir uns dadurch keine zusätzlichen Kunden erhoffen. Kunden, die die Firma schon kennen, brauchen wir in dem Fall also nicht gewinnen. Anders sieht es aus, wenn man sich eine Gattungsnamen wie “Tempo” oder “Nivea” aufbauen möchte.
Unser Favorit wäre die 2. Variante “Bodenbeläge: Parkett & Klick-Laminat aus Bambus, Kork, Eiche & Buche”. Da die aktuell führende Suchmaschine “Google” mit 70 Zeichen klar kommt, wäre auch nichts gegen den Einsatz einzuwenden.